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Vermögen und Geldanlage in Deutschland sind ungleich verteilt
Sunday, 14. March 2010

Vermögen in Deutschland weiter ungleich verteilt


Dass die Vermögen der privaten Haushalte in Deutschland sehr ungleich verteilt sind, ist nicht neu. Wie das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in einer Studie zur Vermögensverteilung Mitte Januar 2010 darlegte, betrug das durchschnittliche Geld- und Sachvermögen eines Erwachsenen im Jahr 2007 insgesamt 88.000 Euro. Bedenkt man, dass mehr als 25 Prozent der Erwachsenen jedoch über keinerlei Vermögen verfügt, so wird deutlich, wie weit hier die Schere tatsächlich auseinanderklafft. Die oberen zehn Prozent der Vermögensskala besitzen im Schnitt immerhin 220.000 Euro.






Die Studie der DIW hat jedoch nicht nur die realen Vermögenswerte betrachtet, sondern in ihre Untersuchungen auch die Ansprüche an Pensionen und Rentenversicherungen einbezogen. Mit diesen Zahlen ergab sich ein etwas differenzierteres Bild. Über insgesamt 4,6 Billionen Euro in Anwartschaften auf Pensionen und Renten verfügten die Deutschen im Jahr 2007, daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Anspruch von 67.000 Euro pro Person. Zusammen mit den realen Geld- und Sachvermögen verfügt der Deutsche also über insgesamt 150.000 Euro. Dass der Osten bei der Verteilung der Vermögen schlecht wegkommt, wird unter anderem auf die vermehrt auftretende Langezeitarbeitslosigkeit zurückgeführt. Hier kann weit weniger ein wirksamer Vermögensaufbau vorangetrieben werden.



Die Wissenschaftler des DIW warfen einen Blick auf die Zuordnung der Vermögenswerte inklusive Anwartschaften zu den einzelnen Berufsgruppen. Hier schnitten die Beamten überdurchschnittlich gut ab. Das Vermögen – Geld- und Sachwerte sowie Pensionsansprüche – von Pensionären beliefen sich durchschnittlich auf 500.000 Euro, das ist mehr als das Doppelte des durchschnittlichen Vermögens der Bezieher gesetzlicher Renten. Auch die Gründe dafür kennt das DIW. Denn Beamte müssen keinerlei Beiträge für die Altersvorsorge abführen. Durch den weit reichenden Kündigungsschutz sind sie kaum der Gefahr ausgesetzt, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Zudem orientiert sich die Höhe der Pension an der zuletzt angesetzten Gehaltsstufe.


Die Ergebnisse der Studie schließen zwar die große Kluft zwischen den Vermögensverhältnissen in Deutschland ein Stück. Sie sollten jedoch auch nicht zuviel Gewicht besitzen. Denn Anwartschaften auf gesetzliche Renten sind sehr fiktive Werte, die sich nicht auszahlen oder beleihen lassen. Zudem besteht immer die Gefahr einer Neubewertung der gesetzlichen Renten durch den Gesetzgeber. Denn hier werden keine zunächst keine Geldwerte erarbeitet sondern zunächst nur Rentenpunkte. Und dass die gesetzliche Rente in den letzten Jahren sank, ist Umso wichtiger ist die Investition in die private Altersvorsorge. Hier ist jedoch der Trend erkennbar, dass Vermögende in erheblichem Umfang in private Vorsorgesysteme investieren, während das untere Ende der Vermögensskala eher verhalten mit den relativ neuen Möglichkeiten der Alterssicherung umgeht. Hier besteht oft das Risiko der Altersarmut.


Eine ebenfalls im Januar 2010 erschienene Studie der Bertelsmann Stiftung befasst sich mit der Armut in Deutschland. Demzufolge ist Berlin das Bundesland mit der höchsten Armut. Immerhin ein Fünftel aller Einwohner war zwischen 2008 auf soziale Leistungen angewiesen, immerhin viermal soviel wie in Bayern und Baden-Württemberg. Diese beiden südlichsten Länder sind die Regionen mit der geringsten Armut. Es ist kaum verwunderlich, dass sich ostdeutsche Länder wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt im unteren Drittel der Tabelle befinden. Den Grund dafür sieht die Studie in der hohen Zahl junger Alleinerziehender im Osten des Landes.



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