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Renten im Osten Deutschlands fallen in Zukunft geringer aus
Thursday, 15. April 2010

Renten - Renteniveau in Ostdeutschland sinkt vorraussichtlich


Das Angstwort heißt „Rente auf Hartz IV-Niveau“ – und genau das ist es, was den Rentnern in Ostdeutschland in einigen Jahren droht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, DIW Berlin, hat vor kurzem eine Langzeitstudie zum Thema Renten in Deutschland erstellt, und ist dabei auf erschreckende Zahlen gestoßen.


„Eines der zentralen Ergebnisse einer Studie“, des DIW ist, wie es in der offiziellen Pressemitteilung zur Studie heißt: „Die Renten in Ostdeutschland werden künftig zum Teil deutlich sinken.“ Und dabei wird es sich nicht nur einen kleinen Teil der zukünftigen Rentner gehen, sondern eine Vielzahl von Rentnern, „die ab Ende der 2020er in Rente gehen, wird die gesetzliche Rente dabei sogar nahe oder unter der Grundsicherung von 600 Euro liegen.“


Derzeitige Situation umgekehrt: In Ost im Schnitt mehr Rente als in West


Die Rentner im Osten können sich seit der Wende im Schnitt über höhere Renten freuen als der Westdeutsche Bundesbürger. Grund ist zum einen, das es offiziell in der ehemaligen DDR keine Arbeitslosigkeit gab und Frauen Ganztags arbeiten mussten. Dies wird den Bürgern in den neuen Bundesländern von der deutschen Rentenversicherung anerkannt. Menschen die einen Grossteil Ihres Lebens in der DDR verbacht haben im Rentenverlauf also keine Lücken durch Arbeitlosigkeit oder Kindererziehung. In Westdeutschland hingegen sind die Ansparzeiten oft unterbrochen durch Arbeitslosigkeit oder Erziehungspausen.

Zum anderen wird im Rentenrecht-Ost derzeit der etwas niedrigere Lohn in Ostdeutschland ausgeglichen und dadurch die Ostdeutsche Bevölkerung beim Sammlen von Rentenpunkten bevorteilt. Heisst: Die niedrigeren Löhne im Osten werden auf Westniveau hochgerechnet, damit Ostdeutsche Bürger für Ihre Arbeit die gleichen Rentenpunkte erwerben können wie Westdeutsche Rentenversicherte. Bürger in den neuen Bundesländern bekommen derzeit also die gleichen Rentenanteile gutgeschrieben obwohl Sie weniger einzahlen (Aufgrund niedrigerer Einkommen).

Unter Strich führt dies dazu das in der Gegenwart Ostdeutsche Arbeitnehmer mehr Rente für die gleiche Arbeit bekommen, als ein Westdeutscher Arbeitnehmer der genauso lange gearbeitet hat und das gleiche Einkommen hatte.

Diese Situation wird sich laut der Studie des DIW umkehren.



Was kann der Staat tun gegen die sinkenden Renten?


Die Renten sinken in Zukunft auf Hartz IV-Niveau in großen Teilen Ostdeutschlands, wenn dort die Löhne nicht steigen und die Arbeitslosigkeit niedriger wird. Die hauptsächliche Schuld an der Entwicklung der Ostrenten liegt in der hohen Arbeitslosigkeit begründet in den neuen Bundesländern. Die anhaltend schlechten Zahlen auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt geht dabei Hand in Hand mit der Absenkung des Rentenniveaus – und wird in einigen Jahren zu einer Vielzahl von Renten auf niedrigem Niveau sorgen.


Die Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sehen nur in politischen Maßnahmen eine Chance, diese Entwicklung aufhalten zu können – mit der Verlängerung der Lebensarbeitszeit und einer Stärkung des sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.

Anders als in Westdeutschland, wo die Rentenzahlungen aller Voraussicht nach stabil bleiben werden, und bei den Frauen „sogar ein leichtes Plus zu erwarten“ zu erwarten ist, wird Ostdeutschland von sinkenden Renten heimgesucht werden .- wenn das Ruder nicht bald herumgedreht wird.


Niedriglöhne und Arbeitslosigkeit gehen Hand in Hand

Doch nicht nur die hohe Arbeitslosigkeit ist schuld an einem Absinken der Renten. Gerade die Ausweitung von Niedriglohnbeschäftigungen sorgt für niedrigere bis gar keine Einzahlungen in die Sozialversicherung, und damit auch in die Gesetzliche Rentenversicherung. Wichtig ist deshalb auch, sowohl den Mindestlohn mehr zu fördern, als auch Niedriglöhnen nicht weiter Raum zu bieten. Hierbei ist jedoch, wie das DIW es ja auch kommuniziert hat, wichtig, dass der Gesetzgeber eingreift, und neue Möglichkeiten schafft, wie bessere Bildung und mehr Arbeitsplätze, zum Beispiel mittels gezielter Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Auch die Erhöhung der Lebensarbeitszeit wird jedoch erneut hinterfragt werden müssen, angesichts weitaus höherer Lebenserwartung von Frauen als auch Männer – und die Gesetzliche Rentenversicherung deshalb auch länger für die Ruheständler bezahlen muss.



Sinkende Renten - Kann der Einzelne auch eine Vorsorge treffen?

Auch als Privatperson kann ich etwas gegen ein geringes Rentenniveau tun, und dies bereits im Vorfeld: Die Private Altersvorsorge. Bislang besteht oft immer noch Bedarf an einer eigenen Altersvorsorge, um die Gesetzliche Rente später ergänzen zu können. Eine Möglichkeit, im privaten Bereich für die Rente vorzusorgen, ist die Riester Rente.

Die Riester Rente wurde vor ein paar Jahren eingeführt, um die Gesetzliche Rente durch eine private Vorsorge erweitern zu können, die zugleich staatlich gefördert wird. Seitdem wurde die Riester Rente mehrfach erweitert, auch hinsichtlich einer Förderung für den Kauf / den Bau einer Immobilie, die als Wohn-Riester bezeichnet wird.

Mit der staatlich geförderten Riester Rente kann die Rente, die im Ruhestand aus der Gesetzlichen Rentenkasse gezahlt wird, ergänzt werden – und damit gegen ein Sinken der eigenen Rente durch die Ergänzung durch die Private Altersvorsorge sorgen.


Unser Tipp an dieser Stelle: In unserem Vergleich für private Altersvorsorgen finden Sie kurz die Vor und Nachteile von verschiedenen Altersvorsorgen erläutert.



Diese Artikel behandeln thematisch passende Themen:
Sep, 2008: Regierung ist für Angleichung der Ost West Renten
Feb 2010: Sozialverband fordert gleiche Renten in Ost und West

Beliebte Altersvorsorge um die Rente aufzubessern:
Private Renten Fondsversicherung
Riester Bausparen
Riester Rente-Versicherung


Kommentare (1)Add Comment
0
blühende Landschaften
geschrieben von Kommunist, July 22, 2010
Sinkende Renten im Osten, steigende Renten im Westen. Das ist wieder ein Baustein mehr für die neue Mauer. Alles wird gut!

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