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Bundeswirtschaftsminister lehnt Rente mit 70 ab
Thursday, 3. June 2010

Brüderle spricht sich gegen Rente mit 70 aus

Die EU-Kommission ist darum bemüht, Pläne durchzusetzen, laut welchen Bürger der EU künftig erst mit 70 Jahren ihre Rente erhalten sollen. Dagegen wehren sich nicht nur Sozialverbände, sondern auch viele Politiker. - Allen voran der Wirtschaftsminister Rainer Brüderle aus der FDP. Dem entgegen stehen Ökonomen, die darauf beharren, dass eine neue Regelung eingeführt wird, denn laut ihrer Meinung sei dies unvermeidbar.


Schon seit vielen Jahren gibt es ein Rentenproblem, das auf die alternde Gesellschaft, das überlastete Sozialsystem sowie mittlerweile unüberschaubare Kosten zurückzuführen ist. Deswegen hat die EU-Kommission ein großes Interesse daran, das Renteneintrittsalter Schritt für Schritt auf 70 Jahre anzuheben. Bundeswirtschaftsminister Brüderle zeigt sich allerdings alles andere als begeistert und sagte im "Hamburger Abendblatt", dass man gerade erst begonnen habe, das Renteneintrittsalters auf 67 Jahre zu erhöhen. Weiterhin sagte er, dass er die Empfehlung der EU-Kommission als einen Aufruf an die Länder verstehe, welche diese Maßnahme noch nicht ergriffen haben. Derzeit wird das deutsche Rentensystem tatsächlich umgebaut, so dass das Eintrittsalter von 65 auf 67 Jahre bis 2030 ansteigt. Die tatsächlichen Werte liegen momentan aber bei weit unter 65 Jahren.



Durch die aktuell laufenden Reformen im Rentenbereich hat sich auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) gegen weitere Maßnahmen ausgesprochen. Der Verbandspräsident Adolf Bauer wurde in der "Rheinlandpfalz am Sonntag" mit folgenden Worten zitiert: "Der Vorschlag ist wie bereits bei der Rente mit 67 Jahren nichts anderes als ein Versuch, die Kürzungen der Altersbezüge durch die Hintertür durchzusetzen." Außerdem ist Bauer der Meinung, dass das momentan bestehende Renteneintrittsalter von 65 Jahren in vielen Berufen nicht zu verwirklichen sei. Viele müssen deswegen mit Abschlägen rechnen. So forderte Bauer, dass sich die Bundesregierung das Heft von Brüssel nicht aus der Hand nehmen lassen dürfe.


Ganz anders sieht dahin gegen die Meinung von Ökonomen aus. Diese sind mehrheitlich dafür, den EU-Vorstoß zu unterstützen. Als Begründung dafür, die Anhebung der Lebensarbeitszeit bis 2060 zu erhöhen, nannte die EU-Kommission, dass man nur so die Rentensysteme in der Union sichern könne. Am dringendsten nötig hat eine Reform allerdings Frankreich. Dort gehen männliche Arbeiter im Schnitt mit 58,7 Jahren in Rente.


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