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Rentensystem bisher standhaft in der Krise, Geringverdiener erwartet Altersarmut
Tuesday, 23. June 2009

Deutsche Alterssicherung kommt bisher gut durch die Krise

Wie bereits im Artikel "Rentenkassen sind gut positioniert" berichtet, meldete heute die OECD, das die deutschen Rentenkassen, im Vergleich zu den Rentensystemen anderen Industriestaaten bisher wenig in Mitleidenschaft durch die allgemeine Wirtschaftskrise gezogen wurden. Weltweit hat die globale Krise negative Auswirkungen auf private Altersvorsorge und staatliche Rentensysteme.

In anderen Ländern hat sich die Krise, weitaus gravierender auf die Rentensysteme ausgewirkt als in Deutschland.


Kurzarbeit und Umlageverfahren haben bisher schlimmeres verhindert

Grund für die bisherige Stabilität ist hauptsächlich , das es sich beim deutschen Rentensystem um ein rein umlagengedecktes System handelt. Diese Finanzierungsvariante ist wenig und nur verzögert anfällig auf Schwankungen und Krisen am Kapitalmarkt. Denn die laufenden Renten werden direkt aus den Beiträgen der Einzahler finanziert. Andere Länder hingegen investieren teilweise auch in kapitalgedeckte Systeme, welche besonders in Mitleidenschaft gezogen werden wenn es der Wirtschaft schlecht geht.



Nicht nur das staatliche Rentensystem, sondern auch diverse andere Grundpfeiler der Alterssicherung der deutschen kommen bisher vergleichsweise gut durch die Krise. Zu nennen ist hier z.B. die Riester Rente, welche besonders durch gesetzliche verankerte Schutzmechanismen geschützt wird, sowie die betriebliche Altersvorsorge bei der z.B. der Pensionssicherungsfonds einspringt, sollten Teile des Systems in Schieflage geraten.


OECD Interview:
Das staatliche Rentensystem wird vor allem auch durch die noch relativ gute Lage am Arbeitsmarkt gestützt. Dank Kurzarbeit fliessen die Beiträge zur Rentenversicherung weiter und bringen das System, welches derzeit Rücklagen von ca. 18 Milliarden Euro bereithält, noch nicht Liquiditätsprobleme.


Kommt die Krise erst mal am Arbeitsmarkt an, wirkt Sie indirekt aber auch auf die Renten der rund 20 Mio. deutschen Rentnern. Nämlich dann, wenn die Löhne sinken, sinken auch die Rentenbezüge. Erst also, wenn die Krise am Arbeitsmarkt auf die Löhne drückt, kommt es im darauffolgenden Jahr zu einer zeitverzögerten Auswirkung auf die Renten.



Dies hat die Bundesregierung jedoch per Gesetz verboten. Diese Rentengarantie soll sinkende Renten in Zukunft ausschliessen.
Zum Leidwesen der Beitragszahler. Experten haben errechnet das der Beitrag zur Rentenversicherung in den kommenden Jahren stark ansteigen wird.


Künftige Rentner mit kleinem Einkommen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Arm

Insgesamt geht es den derzeitigen Rentnern in Deutschland gut im Vergleich zu den Rentnern in anderen Staaten. Die OECD-Armutsgrenze (weniger als die Hälfte des Haushaltsmedianeinkommens) unterschreiten nur 10% der deutschen Rentner.
Zum Vergleich: Diese Quote lag bei allen anderen OECD-Staaten im Schnitt bei 13,3%.


Für künftige Generationen sieht es weniger rosig aus. Insbesondere Menschen mit geringem Einkommen werden durch das deutsche Rentensystem benachteiligt. Dies wurde auch bereits durch frühere Studien der OECD bestätigt (siehe z.B. Artikel vom Juni 2007) .


Wer in Deutschland über sein gesamtes Arbeitsleben nur die Hälfte des Durchschnittseinkommens verdient und 45 Jahre lang Beitrag bezahlt, bekommt nur ca. 47% seines Bruttoeinkommens als Rente wieder ausgezahlt. In anderen OECD-Staaten bekommen Menschen die die gleichen Vorraussetzungen erfüllen ca. 71% Ihres ehemaligen Einkommens als Rente.


Legt man die Verdienste der deutschen Bevölkerung für das Jahr 2009 zugrunde, dann verdient die oben genannte Modellperson ca. 1287 Euro Brutto pro Monat. Die Rente nach 45 Jahren läge nach obiger Prognose bei ca. 553 Euro pro Monat - Brutto. Der OECD Durchschnitt läge hier hingegen bei einer Rente von 913 Euro.



Diese Prognosen zeigen klar auf das im deutschen Rentensystem die Geringverdiener in Zukunft stark benachteiligt werden. Menschen mit geringem Einkommen haben in Deutschland ein weitaus höheres Risiko im Rentenalter Arm zu sein als in anderen Industriestaaten.


Die private Altersvorsorge in Deutschland erreicht eine sehr hohe Beteiligungsquote der Bevölkerung. Als Grund wird z.B. die attraktive Riester Zulage genannt. Hier sind Kleinverdiener der Bevölkerungsanteil der sich, im Vergleich zu anderen Staaten, am meisten an der privaten Vorsorge beteiligt.
In staatlich geförderten Systemen sparen hierzulande doppelt so viele Geringverdiener als z.B. in den Vereinigten Staaten von Amerika oder in England.

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Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 23. June 2009 )
 
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