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Bankenverband verlegt Broschüre zum Risiko Altersarmut
Thursday, 18. February 2010

Altersarmut ist und bleibt ein wichtiges Thema in Deutschland

Während das längst nicht mehr unumstrittene Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, DIW, vor kurzem noch erklärte, die „Altersarmut“ sei „aktuell kein großes Problem“, sieht der sonst eher zurückhaltende Bankenverband der Realität viel klarer ins Gesicht.


Der DIW, nicht immer mit klarer Sicht voran schreitend, wie viele Experten immer mehr kritisieren, steht der Problematik Altersarmut gelassen gegenüber. „Personen am Ende ihres Berufslebens oder zu Beginn des Ruhestands weisen ebenfalls ein unterdurchschnittliches Armutsrisiko auf. Erst nach dem 75. Lebensjahr steigt das Armutsrisiko wieder auf das Durchschnittsniveau, was die Forscher unter anderem auf den höheren Anteil von Witwen mit geringeren Alterseinkünften zurückführen. „Knapp ein Fünftel der allein lebenden alten Frauen lebt unterhalb der Armutsschwelle“, sagt Joachim Frick. „Für Ältere, die in einer Partnerschaft leben, stellt Armut derzeit aber kein großes Problem dar.“ wurde heute in einer Presseerklärung verbreitet.



Altersarmut 2010 kein Thema? – Die Wirklichkeit sieht anders aus

Dass die Situation jedoch bereits heute, im Jahr 2010, ganz anders aussieht, wird dabei nicht bedacht. Viele Rentner müssen den letzten Cent noch drei Mal umdrehen, und auch die Grundsicherung, ein wenig mehr als Hartz IV-Niveau, hilft nicht, die Altersarmut und die damit verbundenen Sorgen, aufzufangen.


Der Bundesverband deutscher Banken, sonst nicht so sehr dahin geprägt, auf die Befindlichkeiten von Otto Normalverbraucher und Erika Mustermann zu schauen, sondern sich mehr für das anzulegende Geld der Menschen zu interessieren, bläst heute jedoch in ein anderes Horn als das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung.



So hat der Bankenverband heute eine Broschüre mit dem Titel „Risiko Altersarmut“ vorgestellt. Und warnt mehr als dringlich vor dem, was auf unser Land zukommen könnte;: „Wenn wir nicht gegensteuern, könnte Altersarmut in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten zu einem gravierenden Problem werden“.


Zwar sieht der Bankenverband noch nicht ganz schwarz, aber mahnt sowohl die Politik als auch die Wirtschaft an, die Problematik nicht aus den Augen zu verlieren. Und macht auch klar: „Umverteilung ist ein untaugliches Mittel, um die Gefahr zu bannen. Erfolg wird sich nur einstellen, wenn die Quellen der Altersarmut trocken gelegt werden“.


Mehrere Säulen für eine Zukunft: Gegen die Altersarmut

Leider wird hier jedoch als einzige Möglichkeit immer nur die Private Altersvorsorge gesehen. Staat wie Wirtschaft wälzen die Probleme der Rente gerne auf die Bürger selbst ab. Um jedoch wirkungsvoll gegen die immer stärker werdende Altersarmut vorzugehen, bedarf es mehrerer Bereiche, die ineinander verzahnt, für eine Rente und ein auch in finanzieller Hinsicht lebenswertes Alter einzustehen vermögen.


Gerade der Umbau auf Niedriglöhne birgt hier eine große Gefahr in sich. Weniger Geld in der Tasche bedeutet weniger Einzahlungen in die Rentenkasse. Und damit sinkt im Alter sowohl die mögliche Rente – als auch die Einnahmen der Gesetzlichen Rentenversicherungen.


Neue Möglichkeiten müssen gefunden werden, um sowohl die Gesetzliche Rentenversicherung als auch die Arbeitgeber in die Pflicht zu nehmen. Auf diesen beiden Säulen kann dann, als zusätzlicher Weg die Private Altersvorsorge aufgebaut werden. Dies wäre das Optimum für den Bürger, der im Alter seinen Lebensstandard zumindest in gewisser Weise halten kann, ohne vom Staat im Sinne einer Grundsicherung abhängig zu sein.



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