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Hans Böckler Siftung kritisiert Altersvorsorgestudie des Bundes
Tuesday, 20. January 2009

Deutsche Rentenpolitik nicht zielgerichtet

Die von den Trägern des deutschen Rentensystems und der Regierung in Auftrag gegebene AVID-Studie dient dazu die zukünftige Entwicklung von Renten und Anwartschaften in Deutschland prognostizieren zu können und wird von der deutschen Rentenversicherung sowie dem Bundesministerium für Arbeit und soziales durchgeführt. Die Studie soll eigentlich dazu dienen, realistisch einschätzen zu können, wie sich die Altersicherung in Deutschland entwickelt.


Im Auftrag der Hans Böckler Stiftung haben nun Professorin Barbara Riedmüller und Michaela Willert von der FU Berlin diesen Altersvorsorgebericht genauer untersucht und kommen in Ihrem Gutachten zu einem verheerendem Ergebnis: Ziellose Rentenpolitik wird der Bundesregierung bescheinigt. Der Altersvorsorgebericht der Regierung stützt sich auf zu optimistische Prognosen, Altersarmut wird unterschätzt und die Politik zur Grundabsicherung im Alter ist nicht zielgerichtet.


Unrealistische Szenarien als Datenquellen

Kleinverdiener schneiden am schlechtesten ab.
Deutsches Rentensystem: Geringverdiener bekommen weniger vom letzten Netto als Besserverdienende (Quelle und Copyright: Hans Böckler Stiftung)
Als grundlegende Datenquellen dienen zur Anfertigung der AVID Studie demnach zu optimistische Annahmen so die Wissenschaftlerinnen. Arbeitslosigkeit und niedriges Beschäftigungsniveau z.B. mindern die Renten, was in der Studie nicht berücksichtigt wird.


Des weiteren enthält der Altersicherungsbericht keine Angaben zum Bezug von Sozialhilfe oder Altersarmut von Rentnern und Rentnerinnen. Es werde ein eher positives Bild gezeichnet obwohl die Realität eine andere ist. So wird z.B. von Erwerbszeiten ausgegangen die keine Arbeitslosigkeit enthalten. Diese Annahme ist heutzutage ziemlich unrealistisch, da doch relativ viele Arbeitnehmer im Laufe der Erwerbslebens einmal Arbeitslos werden oder aus anderen Gründen keine Beiträge in die Rentenkasse zahlen können. Es wird grundsätzlich von Einzahlungshöhen ausgegangen, die eine Vielzahl der deutschen Bevölkerung nicht erreichen wird. Des weiteren wird von 100%iger Abdeckung durch Riester oder anderer privater Vorsorgen ausgegangen.











Geringverdiener doppelt Benachteiligt


Eine OECD-Studie kritisiert (siehe Bericht vom Juni 2007) das Geringverdiener in Deutschland doppelt benachteiligt werden. Dieser Trend ist in Europa einmalig. Andere Ländern wirken diesem Trend entgegen und denken darüber nach Niedriglöhnern höhere Renten zukommen zu lassen um eine Benachteiligung zu vermeiden.


Trotz solcher Erkenntnisse wird dies von der AVID-Studie nicht berücksichtigt. Laut den Wisenschaftlerinnen der FU Berlin fehlen Angaben zu den Lohnersatzquoten, obwohl diese in der Studie integriert hätten werden können.


Das könnte Sie auch interessieren:
Studie: Altersvorsorge in Deutschland

Externer Link zum Thema:
Projekt der Hans Böckler Stiftung: "Die Zukunft der Alterssicherung"



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Letzte Aktualisierung ( Sunday, 8. February 2009 )
 
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