Riester-Rente: Altersvorsorgemaßnahme wird von deutscher Versicherungsbranche in Schutz genommen In den letzten Tagen und Wochen war das Vorsorgeprodukt Riester-Rente zunehmend in Kritik geraten. Nun wehrt sich die deutsche Versicherungsbranche, indem sie die Riester-Rente in Schutz nimmt und versucht, Verbraucher davon zu überzeugen, dass sich diese Altersvorsorgemaßnahme sehr wohl lohne. Dem gegenüber steht die gegenteilige Behauptung von Wissenschaftlern des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.
GDV: Riester-Rente für Verbraucher lohnenswert Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft teilte am Dienstag in Berlin mit, dass sich die Verträge zur Riester-Rente für Bundesbürger sehr wohl lohnen würden. Damit reagierte der Verband auf die heftige Kritik des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Der GDV versuchte, mit eigenen Berechnungen von Beispielen, seine gegenwärtige Position zu stützen und zu untermalen, dass sich die Riester-Vorsorge schon wenige Jahre nach dem Renteneintritt lohnt. Heftige Kritik gab es hingegen für das DIW, dem politisch motivierte Kritik vorgeworfen wurde. DIW: Riester-Rente bietet nur geringe Rendite Hintergrund: Vor knapp zwei Wochen hatten das DIW sowie die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Untersuchung veröffentlicht, anhand derer deutlich wurde, dass sich die Riester-Rente für die meisten Versicherten aufgrund ihrer geringen Rendite nicht lohnt. Das Ergebnis der Untersuchung: Die Zusatz-Rente hat sich zu Ungunsten der Verbraucher entwickelt und bedarf einer dringenden Reformierung. Falsch angenommene Lebenserwartungs Schuld an Diskrepanz? Dem hatte der GDV zahlreiche Beispiele entgegen zu setzen, die aufzeigen sollten, dass sich die Riester-Rente sehr wohl lohnt. Die Versicherer sind der Meinung, dass die Kritiker ihre Beispiele mit einer zu niedrigen Lebenserwartung berechnet hätten. Außerdem hätten sie oftmals nur die Garantieverzinsung der Verträge berücksichtigt und nicht die zusätzlichen Überschüsse, die wirtschaftlich klug handelnde Versicherungen nochmals an ihre Kunden ausschütten. Natürlich ließ das DIW die Kritik an seinen Berechnungen abprallen.
GDV vernachlässigt Zahlen des Statistischen Bundesamts Bei der Berechnung der Versicherungsbranche stützte sich diese bei der Kalkulation der Lebenserwartung der Versicherten nicht etwa auf die Zahlen des Statistischen Bundesamts, sondern ging davon aus, dass die Menschen durchschnittlich älter würden. Peter Schwark, Mitglied der GDV-Hauptgeschäftsführung, betonte, dass die Angaben des Statistischen Bundesamts in der Vergangenheit oft zu niedrig angesetzt gewesen seien. Weiterhin gab er zu bedenken: "Wir müssen auch immer damit rechnen, dass jemand, der todkrank ist, keine Riester-Versicherung abschließen wird." Kritik an Riester-Rente aus politischer Motivation? Der Schlagabtausch zwischen dem GDV und dem DIW ging in die nächste Runde, indem die deutsche Versicherungsbranche dem Institut vorwarf, die Kritik an der Riester-Rente sei politisch motiviert, was natürlich von einer DIW-Sprecherin sofort zurückgewiesen wurde. Kornelia Hagen, DIW-Expertin für Verbraucherpolitik, erklärte die unterschiedlichen Berechnungen durch die unterschiedlichen Annahmen bei der Lebenserwartung. Die von der Versicherungsbranche zur Berechnung herangezogene Lebenserwartung ist aus ihrer Sicht skeptisch zu beurteilen. Darüber hinaus habe sich der GDV mit anderen Fällen beschäftigt als das DIW. GDV weist Schuld von sich Um alle Schuld von sich zu weisen, erklärte der GDV, dass die Annahme, dass die Versicherungsunternehmen zu viel am vorzeitigen Ableben der Kunden verdienen, falsch sei. Zwar dürften die Versicherungsunternehmen seit drei Jahren höhere Beträge einbehalten, würden dies aus Wettbewerbsgründen aber meistens nicht tun. Zudem seien die Auswirkungen relativ gering. GDV: Riester-Rente ist beste Vorsorgemaßnahme für fast jeden Die Bilanz des GDV sieht wie folgt aus: Es gibt keine Vorsorgeform,"die sich für die allermeisten Bürger, insbesondere Geringverdiener und Familien, so rechnet und ein so hohes Maß an Sicherheit für eine lebenslange Versorgung bietet wie die Riester-Rente."
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