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Riester-Rente: Heutzutage keine attraktiven Renditen mehr möglich
Monday, 28. November 2011

Riester-Rente: Heutzutage keine attraktiven Renditen mehr möglich


Vor zehn Jahren wurde die Riester-Rente als private Altersvorsorgemaßnahme hoch angepriesen. Da sich die Rahmenbedingungen bis heute hin aber stark verändert haben, ist es so gut wie unmöglich, als Verbraucher eine attraktive Rendite zu erhalten.





BdV stellt Riester-Rente als sinnvolle Altersvorsorge in Frage


Seit zehn Jahren kennt man den Begriff Riester-Rente im Zusammenhang mit privater Altersvorsorge. Entworfen wurde das Rentenkonzept damals durch den Bundesarbeitsminister Walter Riester. Das eigentliche Ziel, nämlich, Verbrauchern eine gute Möglichkeit zu bieten, private Vorsorgemaßnahmen zu treffen, wurde verfehlt. Heute ist die Riester-Rente längst nicht mehr so profitabel wie zu Beginn. So kommt auch Axel Kleinlein, Vorstandsvorsitzender des Bundes der Versicherten BdV, zu der Aussage: "In den letzten zehn Jahren hat sich die Riester-Rente schleichend verschlechtert und ist damit als sinnvolle Altersvorsorge massiv in Frage gestellt"


Studie zeigt: Riester ist heutzutage alles andere als rentabel


Der Experte veröffentlichte in diesem Zusammenhang kürzlich eine Studie, in welcher er untersuchte, wie rentabel die Riester-Rente in der heutigen Zeit tatsächlich noch ist. Er kommt zu dem Ergebnis, dass nicht nur neue gesetzliche Regelungen, sondern auch neue Produktarten dazu geführt haben, dass diese Altersvorsorgemaßnahme heutzutage alles andere als rentabel ist. Ein Beispiel: 2006 wurde per Gesetz die Regelung eingeführt, dass es keine Differenzierung nach Geschlecht mehr bei den Verträgen geben soll. Allerdings führt dies nicht zum gewünschten Ziel, dass die Prämien für Frauen stark gesenkt wurden. Das Gegenteil war der Fall - die Versicherungsprämien für Männer wurden angehoben, wobei gleichzeitig die Rendite gesunken ist.


Sterbetafeln und gesunkener Garantiezins


Nach der Analyse von Kleinlein sind auch der gesunkene Garantiezins sowie die neuen Sterbetafeln für die gesunkene Rendite verantwortlich. Anfangs lag der Garantiezins bei 3,25 Prozent. Heute erhalten die Sparer lediglich 2,25 Prozent. Was die Sterbetafeln anbelangt, so zeigen diese, wie viele Menschen aller Voraussicht nach in einem Jahr sterben werden. Hier haben Versicherungsunternehmen immens viel Spielraum. Die Praxis sieht so aus, dass die Versicherungen zum Teil bei einem heute 50-Jährigen von einem durchschnittlichen Sterbealter von 103 Jahren ausgehen. Und dies ist laut Meinung des Experten deutlich überhöht.


Höheres Sterbealter sorgt für niedrigere Rente


Dies ist besonders fatal. Denn dann, wenn das Sterbealter höher liegt, verlängert sich damit auch der Zeitraum für die Rentenzahlungen. Beim Konzept der Riester-Rente soll ein Teil des angesparten Kapitals für die Rente ab dem 85. Lebensjahr zurückgelegt werden, so dass die Sparer auch dann noch eine monatliche Rente erhalten. Das bedeutet aber auch, dass sich die Rente für die Zeit bis zum 85. Geburtstag für den Versicherten verringert.


Rentenzahlungen um bis zu 60 % zurückgegangen

Bei Einführung der Riester-Rente ging man hingegen davon aus, dass ca. 10 % des angesparten Kapitals zurückgelegt werden müssen. Allerdings ist dieser Betrag im Laufe der letzten Jahre so stark angestiegen, dass dies ein erheblicher Nachteil der Rendite ist. Wer heutzutage einen klassischen Riester-Vertrag abschließt, muss mit einem Rückgang von bis zu 60 % der Rentenzahlungen im Monat rechnen.






Komplette Rückzahlung erst bei Alter von 90 Jahren


Kleinlein konzentrierte sich auch darauf, wie hoch das Alter einer Person sein muss, damit diese ihr eingesetztes Kapital in Form einer Rente zurückbekommt. Dabei kommt der Experte zu folgendem Ergebnis: Frauen, die den Vertrag 2001 abgeschlossen haben, müssen ein Alter von 80 Jahren erreichen, um ihr eingesetztes Kapital komplett zurückzubekommen. Noch extremer ist es für alle, die heute einen Vertrag abschließen. Demnach müssen Frauen ca. 85 Jahre alt werden. Bei neuartigen Produkten sind es sogar 90 Jahre. In diesem Zusammenhang kommt Kleinlein zu dem vernichtenden Ergebnis: "Wenn der Kunde genau in diesem Alter stirbt, hätte er das Geld auch unter der Matratze sammeln können"


Fazit: Riestern lohnt sich für viele nicht mehr


Vollkommen anders sieht die Situation aus, wenn die Überschussbeteiligung in eine solche Berechnung einbezogen wird. Dann kommt es nämlich bei einem Alter von ca. 80 Jahren zu einem Ausgleich zwischen eingezahltem Kapital und erhaltener Rente. Dennoch ist sich Kleinlein sicher, dass sich die Renten verteuert haben, so dass sich insbesondere die Riester-Rente für sehr viele Verbraucher nicht mehr lohnt. Dadurch, dass die Produkte überdies komplizierter geworden seien, ist für Verbraucher eine unabhängige Beratung wichtig. Diese erhält man zum Beispiel beim Bund der Versicherten - allerdings nur dann, wenn man Mitglied ist - sowie bei den Verbraucherzentralen und bei wenigen unabhängigen Versicherungsberatern.





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