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Stuttgart: Deutsche Rentenversicherung und Integrationsministerium wollen Unklarheiten über soziales
Wednesday, 25. January 2012

Stuttgart: Deutsche Rentenversicherung und Integrationsministerium wollen Unklarheiten über soziales Sicherungssystem beseitigen


In Stuttgart haben knapp 40 % der Einwohner einen Migrationshintergrund. Doch Stuttgart ist keine Ausnahme. Auch in anderen deutschen Großstädten gibt es viele Migranten. Besonders verheerend ist, dass diese oftmals nicht ausreichend über das soziale Sicherungssystem in Deutschland Bescheid wissen. Dadurch haben diese Menschen es besonders schwer, entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Das soll sich nun ändern und zwar mit einem zweijährigen Pilotprojekt, das sich vorrangig an türkische, griechische und italienische Migranten richtet. Sie sollen eine Informationsreihe zur sozialen Sicherheit angeboten bekommen.



Soziale Grundversorgung ist zentrales Ziel der Integrationspolitik


Hintergrund: Integrationsministerin Bilkay Öney von der SPD findet, die soziale Grundversorgung sei ein zentrales Ziel der Integrationspolitik.
Ihrer Meinung nach sind gezielte Informationen über Angebote der sozialen Sicherheit eine wichtige Voraussetzung für eine gleichberechtigte Teilhabe von Migranten. Sie weiß aber auch, dass hierfür oftmals das notwendige Wissen fehlt. Das will man nun ändern. So bietet die neue Informationsreihe einen Überblick über die Themen „gesetzliche Rente und Altersvorsorge“, „Gesundheit und gesundheitliche Selbsthilfe“, „Rehabilitation“, „Berufsorientierung“ sowie „Versorgung und Pflege im Alter“.

Informationsangebot soll für Chancengleichheit sorgen


Ministerin Öney ist davon überzeugt: „Durch dieses Informationsangebot für Migranten kommen wir dem Ziel der Chancengleichheit im Bereich sozialer Sicherheit einen wichtigen Schritt näher.
Wir können Bedarfslücken besser erkennen und spätere Unterversorgung und Altersarmut verhindern. Kultursensible Vorsorge und Prävention wird in einer alternden Gesellschaft immer wichtiger“

Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg plädiert für rechtzeitiges Handeln und Prävention


Dieser Meinung ist auch Andreas Schwarz, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg sowie Leiter des Netzwerks NEMIGUSS. Er will noch frühzeitiger und zielorientierter handeln. Bei vieler durchgeführter Veranstaltungen habe man laut Schwarz festgestellt, „dass fehlende Informationen rechtzeitiges Handeln und Prävention verhindert oder verzögert haben“. Außerdem seien insbesondere bei älteren Migranten auch fehlende Sprachkenntnisse verantwortlich für das Informationsdefizit.





Besonderer Fokus auf griechisch-stämmige Bürger


Seit 1963 ist die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg als Verbindungsstelle für Griechenland zuständig und möchte deshalb insbesondere die griechisch-stämmigen Bürger von Stuttgart muttersprachlich informieren und diesen somit helfen, zum Beispiel geeignete Altersvorsorgemaßnahmen einzuleiten.

Vor allem ältere Migranten verstehen Grundlagen der sozialen Sicherheit und Vorsorge nicht


Isabel Fezer, Sozialbürgermeisterin in Stuttgart, ist der Meinung, dass es wichtig ist, Stuttgarter Bürgern mit Migrationshintergrund einen „leichteren Zugang zu den sozialen Sicherungssystemen, insbesondere zu der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung“ zu ermöglichen. Sie weiß, dass es hauptsächlich die älteren Stuttgarter mit Migrationshintergrund sind, die Probleme dabei haben, Grundlagen zur sozialen Sicherheit und Vorsorge zu verstehen. Demnach sei es kein Wunder, dass gerade diese Bürger überdurchschnittlich von schlechter Gesundheitsvorsorge und sozialer Armut betroffen sind. Dabei bezieht sich Fezer auf die Ergebnisse aus einem Bericht der partizipativen Altersplanung 2011 der Landeshauptstadt Stuttgart.

Gezielte Aus- und Weiterbildung soll helfen


Dieser Meinung schließt sich Jürgen Schwab, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Stuttgart, an.
Er plädiert für gezielte Aus- und Weiterbildung und setzt sich somit dafür ein, dass Migranten die bestmögliche Integration in den Arbeitsmarkt erhalten. Laut Schwab können es sich die Betriebe in Stuttgart nicht leisten, „berufliche Potenziale brach liegen zu lassen“. Schließlich ist das Ziel nicht, erst bei Arbeitslosigkeit einzugreifen, sondern von vornherein Arbeitslosigkeit durch verbesserte Qualifikationen zu verhindern. Allerdings ist die Gefahr bei Migranten deutlich höher als bei Personen ohne Migrationshintergrund, immer wieder arbeitslos zu werden. Denn bei ihnen ist der Anteil der Ungelernten wesentlich höher.



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