| Betriebsrente: Pensionskassen stark unter Druck |
| Tuesday, 21. April 2009 | |
Verluste inklusive - Die Auswirkungen der Wirtschaft und Finanzkrise auf Betriebsrenten
Das Vermögen der Pensionskassen schwindet dank der Finanzkrise und reißt schwere Löcher in die Kassen der Betriebsrenten, und dies gleich in Milliardenhöhe. Während die Gesetzlichen Rentenkassen nahezu verschont bleiben von den Auswirkungen der Krise der Finanzwirtschaft, und im vergangenen Jahr Rücklagen in Höhe von 16,3 Milliarden Euro aufbauen konnten, sieht es im Bereich der betrieblichen Rente ganz anders aus.
Studie belegt schlechte Situation der betrieblichen Rente
Eine Studie der Unternehmensberatung Rauser Towers Perrin (RTP), die sich auf die betriebliche Altersvorsorge bezieht, sieht es schlecht aus bei den Aktiengesellschaften unseres Landes in Bezug auf die Deckung der betriebseigenen Pensionskassen. So sind laut der Studie bei den 30 Unternehmen, die im Dax gelistet sind, nur noch zwei Drittel der Lasten der Betriebsrenten gedeckt. Der Grund dafür ist recht einfach, wenn auch nicht weniger tragisch: Die abstürzenden Aktienkurse und die Stürme in der globalen Finanzwirtschaft in den vergangenen Monaten haben die Pensionskassen in schwere Mitleidenschaft gezogen. So sagte Thomas Jasper, der Vorstand von Rauser Towers Perrin. "Im vergangenen Jahr sind die für Pensionszahlungen reservierten Vermögen der Dax- und MDax-Konzerne um etwa 21 Milliarden Euro gesunken". Keine guten Zahlen, die Jasper da nennt. In der Folge werden die betroffenen Unternehmen ihre geplanten Renditen für die betrieblichen Pensionskassen senken müssen. Keine guten Zeiten also für die Betriebsrenten und in der Folge davon in Zukunft auch nicht für die Arbeitnehmer und Rentner, die Ansprüche aus den betrieblichen Pensionskassen haben. Die Unternehmensberatung Rauser Towers Perrin gab in einer vorläufigen Berechnung an, dass die Pensionskassen der großen Unternehmen im vergangenen Jahr Verluste von um die zwölf Prozent hinnehmen mussten. Zehn Millionen Beschäftige und gut 2,5 Millionen bereits im Ruhestand befindliche Bezieher von betrieblichen Renten werden sich also darauf einstellen müssen, dass sie in Zukunft niedrigere Zahlungen erhalten werden. Denn die Höhe der Rendite bestimmt letztlich die Höhe der betrieblichen Rente. Und wenn die Rendite sinkt, dann hat dies zum Teil große Auswirkungen auf die Zahlungen, die ein Rentner dann aus der Pensionskasse seines Unternehmens erhält. Jasper sagte zwar auch, dass etwa 80 Prozent der großen Unternehmen ein Risikomanagement betreiben für ihre Pensionskassen, und dabei unter anderem den Anteil der Aktienanlagen zurückgesetzt haben. Dennoch ist laut Jaspers eines klar: In diesem Jahr werden eindeutig weniger Mittel als bisher vorhanden sein, um die betrieblichen Pensionskassen zu finanzieren. Und dies wird unweigerlich zu einem Abfall der Rendite sorgen. Dies wird sich nicht unmittelbar bemerkbar machen für die Bezieher der betrieblichen Renten der betroffenen Unternehmen, da dies ein nicht auf wenige Monate oder Jahre begrenzter Zeitraum ist. Aber es wird in ein, zwei Jahren immer spürbarer werden. Auf die Pensionskassen hat die globale Finanzkrise eine verlagerte Wirkung, die Folgen kommen erst nachträglich wirklich zum Tragen. Dagegen tun kann man als Einzelner nichts. Man kann nur darauf hoffen, dass die Pensionskasse des Unternehmens, in der man ist, eine garantierte Verzinsung bietet. Hierbei machen sich erst dann die Einbußen bemerkbar, wenn eines Tages der Garantiezins gesenkt werden sollte. Dieses Modell der betrieblichen Rente scheint jedoch ein Auslaufmodell zu sein. Nur noch knapp ein Viertel der Pensionskassen der deutschen Unternehmen sollen laut der Unternehmensberatung Rauser Towers Perrin eine solch garantierte Verzinsung der angelegten betrieblichen Altersvorsorge anbieten. "Beschäftigte, die von ihrer Firma eine Direktzusage bekommen haben, brauchen keine Einbußen zu befürchten", sagte dazu Ulrich-Arthur Birk, Professor für Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Bamberg der „Süddeutschen Zeitung“. Für alle anderen gilt nur das Hoffen, das die Zeiten besser werden. Die Siemens AG gab inzwischen bekannt, dass sich die Deckungslücke ihrer Pensionskasse auf 2,5 Milliarden Euro verdoppelt hat im vergangenen Jahr 2008. Alarmierende Zahlen für die Betriebsrentner dieses Unternehmens. Bei so einigen anderen Unternehmen wird es nicht viel besser aussehen. So kann man also nur noch eines hoffen: Dass die Talsohle der Finanzkrise wirklich bereits in diesem Sommer erreicht ist und die Unternehmen ihre Pensionskassen langsam aber stetig wieder auffüllen können. Und dass die Prognose für die Zukunft der gesetzlichen Rentenkassen wirklich in einem sehr wichtigen Punkt recht behält: Dass die Rücklagen der Gesetzlichen Rentenversicherung wirklich auf 1,49 Monatsausgaben anwachsen bis zum Jahr 2011. Dann würde es aufgrund des Erreichens der gesetzlichen Höchstgrenze zu einer Senkung der Beiträge für die gesetzlichen Rentenkassen kommen. Dies würde immerhin bei einem Teil der jetzigen und kommenden Betriebsrentner ein wenig des Verlustes auffangen, der durch die Finanzkrise als Loch in die Pensionskasse ihres Unternehmens gerissen wurde und damit zu einer Senkung der Rendite und in der Folge davon zu einer niedrigeren Betriebsrente führen wird für viele Rentner. Das könnte Sie auch interessieren: Basiswissen zum Thema Betriebsrente Arbeitlosigkeit und betriebliche Altersvorsorge Möglichkeiten die betriebliche Altersvorsorge
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| Letzte Aktualisierung ( Wednesday, 6. May 2009 ) |
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