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Lebensversicherungen für die Rente: Teuer aber beliebt
Das Prinzip „Altersabsicherung mit Kapitallebensversicherungen“ funktioniert einfach. Man unterzeichnet einen Vertrag zur Lebensversicherung, zahlt über die gesamte Laufzeit seinen Beitrag und bekommt am Auszahlungstermin eine stattliche Kapitalsumme ausgezahlt, um davon im Rentenalter die gesetzliche Rente aufzubessern.
Lebensversicherungen sind ein sehr beliebtes Produkt um Kapital aufzubauen und für später etwas zurück zu legen. Sehr viele diese Verträge werden Jahr für Jahr unterzeichnet. Fakt ist aber das eine Kapital-Lebensversicherung eigentlich wenig geeignet ist als Altersvorsorge.
Einzig und allein für wohlhabende Personen, die bereits Ihrer Sparerfreibetrag überschritten haben, kann die Lebensversicherung nennenswerte (Steuer-)Vorteile einbringen.
Prinzip Lebensversicherung
Grundlegender Bestandteil der Versicherung ist, das bei Tod des Versicherten die Angehörigen (oder jede andere vom Versicherten gewünschte Person) eine Todesfallsumme ausgezahlt bekommt. Diesen Vertragsbestandteil nennt man die Risikolebensversicherung.
Bei der kapitalbildenden Variante (Kapitallebensversicherung) verpflichtet sich der Versicherer zusätzlich, einen Teil der Versicherungsprämien des Kunden am Kapitalmarkt anzulegen und zu verzinsen. Bei Laufzeitende des Vertrags wird dem Kunden die vereinbarte Summe (Eigenbeiträge plus Verzinsung minus Gebühren) überwiesen.
Der Kunde ist im Gegenzug dazu verpflichtet, über die gesamte Vertragslaufzeit die Versicherungsprämien zu bezahlen.
Das ist sehr oft nicht der Fall: Über Dreiviertel alle Lebensversicherungen mit langer Laufzeit werden vor Vertragsende seitens des Kunden wieder gekündigt. Dies kostet den Kunden bares Geld. Denn bei der vorzeitigen Vertragsauflösung verliert man die bereits gezahlten Gebühren und Vertriebskosten. Und diese sind nicht gerade gering.
Gebühren bei Lebensversicherungen:
Unterzeichnet man die Police, so werden eine Reihe von Kosten und Gebühren fällig, die man als Kunde zahlen muss. Hierzu zählen z.B. die Courtage (Provision) für den Bankberater/Versicherungsvermittler, Verwaltungskosten oder Abschlussgebühren seitens des Versicherers. Diese Gebühren zahlt der Kunde zusammen mit seinen Sparbeiträgen. Meistens werden die Kosten auf die ersten Jahre verteilt. Heisst: Bei monatlicher Zahlung durch den Kunden, wird von jeder Monatsrate nur ein Teil gewinnbringend angelegt. Der Rest dient zur Kostendeckung.
Verglichen mit anderen Geldanlagen ist eine Lebensversicherung teuer (siehe Auch: Altersvorsorgevergleich). Jedoch bietet Sie als eine der wenigsten Geldanlagen einen dauerhaften Garantiezins.
Zinsen auf die Sparraten
Die Rendite von Kapitallebensversicherungen besteht aus zwei Komponenten.
Aus dem Garantiezins (sicher) und den Überschussanteilen (unsicher).
Der derzeitige Garantierzins bei Neuverträgen beträgt 2,25%. Allerdings nur auf den Anteil der Sparraten, der nicht zur Kostendeckung verwendet wird. Es wird also nur ein Teil der Beiträge verzinst. Unterm Strich reduziert sich die Garantieverzinsung dadurch noch mal um 0,25-0,5 Prozent. Dies wirkt sich über die Laufzeit stark aus und verringert die garantierte Ablaufleistung.
Zu der garantierten Ablaufleistung kommt noch eine unsichere Renditekomponente hinzu: Die Überschussanteile. Die Überschussanteile bekommt man immer dann, wenn der Anbieter das Geld der Kunden gut am Kapitalmarkt anlegt und mehr Rendite erwirtschaftet als für die gesetzliche Rücklage (Deckungsrückstellung) benötigt. Des weiteren können Überschüsse entstehen, wenn die Sterberate und/oder die Kosten geringer ausfallen als geplant.
Überschüsse werden in den Angeboten von Vermittlern und Broschüren von Versicherern gerne als Renditeprognosen genutzt. Ob diese Vorraussagen wirklich zutreffen kann allerdings niemand zusichern. Die Überschüsse sind nicht garantiert. Daher sollte man das Augenmerk auf die garantierte Ablaufleistung der Versicherung legen. Je höher die garantierte Auszahlung ist, umso kostengünstiger arbeitet der Versicherer. Und eine günstige Versicherung bedeutet automatisch mehr Wertzuwachs.
Wermutstropfen Steuervorteil
Unter bestimmten Bedingungen bieten Lebensversicherungen steuerlich Vorteile: Hat der Vertrag eine Mindestlaufzeit von 12 Jahren und ist der Versicherte bei Vertragsende älter als 60, so muss von dem Ertragsanteil (= Kapitalauszahlung – Eigenbeiträge) der Versicherung nur die Hälfte versteuert werden.
Trifft eine der obigen Bedingungen nicht zu, so wird für den vollen Ertragsanteil Abgeltungssteuer fällig. Lesen Sie zum Thema Steuer auch den Beitrag Steuern auf Lebensversicherungen.
FAZIT:
Lebensversicherungen benötigt man nicht wirklich um fürs Alter vorzusorgen. Der Vertragsmantel einer Versicherung ist unflexibel, die Kosten sind hoch und die Rendite ist gering. Ein Vorzeitiger Ausstieg kann den Sparer teuer zu stehen kommen (Faustregel: Je früher man aussteigen möchte, umso geringer ist der Rückkaufswert). Lebensversicherungen können durchaus das Vorsorgeportfoilio ergänzen, wenn man staatliche geförderte Varianten ausgereizt hat.
Als Altersvorsorge bieten sich aber vorrangig attraktive Alternativen zur Lebens-Versicherung an. Allen voran bietet die Riester Rente in Ihren verschiedenen Variationen eine gute Ansparmöglichkeit.
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