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Ursachen und Häufigkeit von Erwerbsminderung |
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Monday, 19. December 2011 |
Ursachen und Häufigkeit von Arbeitsunfähigkeit, Erwerbsminderung und Berufsunfähigkeit
Mittlerweile wird jeder 4 Arbeitnehmer in Deutschland einmal in seinem Arbeitsleben Berufsunfähig. Demnach werden 25% aller Berufstätigen irgendwann einmal so krank das Sie nicht mehr Ihren Beruf ausüben können.
Die meisten finden irgendwann wieder zurück ins Berufsleben. Ein gewisser Teil bleibt ausser Stande zu arbeiten und kann keine berufliche Tätigkeit ausüben. Ist dies der Fall, dann kann man bei der deutschen Rentenversicherung eine Erwerbsunfähigkeitsrente bzw. eine Erbwerbsminderungsrente beantragen. Man unterscheidet teilweise und volle und Erwerbsminderungsrenten. Wobei nur die letzteren als tatsächliches Ersatzeinkommen dienen. Wer eine halbe Erwerbsminderungsrente bekommt, dem wird unterstellt das er noch teilweise Arbeitsfähig ist und seine Rente mit einer beruflichen Tätigkeit aufbessern kann/muss.
Detaillierte Informationen zu Erwerbsminderungsrenten und den Vorraussetzungen zur Beantragung finden Sie im Artikel Basiswissen zu Erwerbsminderungsrenten.
Eine solche Erwerbsminderungsrente ist die einzige Absicherungsart bei Arbeitsunfähigkeit seitens des deutschen staatlichen Sozialsystem. Die durchschnittliche Rente wegen voller Erwerbsunfähigkeit Betrug im Jahre 2010, 640 Euro im Monat. 2005 hingegen waren es noch 686 Euro und im Jahre 2000 belief sich die durchschnittliche Rente auf 738 Euro monatlich. Hier ist also ein kontinuierlicher Rückgang zu erkennen. Das Problem der sinkenden Renten-Zahlbeiträge wird verschärft durch Inflation (Geldentwertung, Preissteigerungsrate). Die letzten Jahrzehnte kann ein kontinuierlicher Rückgang des realen Gegenwertes der Renten beobachtet werden. Die Kaufkraft sinkt. Einfacher
gesagt: Man kann sich für die Rente viel weniger Leisten als vor 10 oder 20 Jahren.
In Summe bleibt einem vollem Erwerbsminderungsrentner nicht genügend Geld um das alltägliche Leben mit all seinen Kosten zu bestreiten. Abhilfe kann hier die private Vorsorge mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung schaffen. Die sogenannte BUZ-Versicherung zahlt solange eine vorher vereinbarte Rente, wie man zu krank zum arbeiten ist. Lebenslang wenn nötig. Wer nicht privat mit einer Versicherung gegen Berufsunfähigkeit riskiert einen drastischen sozialen Abstieg bei längerer Arbeitsunfähigkeit. Diese Versicherung gehört heutzutage zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt.
Wieviel Menschen werden Arbeitsunfähig wegen Krankheit?
Die Anzahl der eingegangenen Erwerbsminderungs-renten bei den Versicherungsträgern ist ein direktes Mass für die Häufigkeit von Arbeitsunfähigkeit Aufgrund Krankheit. Im Jahre 2010 wurden 180.752 neue Renteneingänge verbucht. Das ist der niedrigste Stand seit fast 20 Jahren. Jahr für Jahr werden werden weniger Renten bewilligt.
Die Gründe dafür auszumachen ist schwer. Denn die Rentenanzahl wird stark vom Antragsverhalten des Rentenempfängers beeinflusst. Nur wer eine Rente beantragt kann Sie bekommen. Anders als bei der Altersrente (Hier erreicht man ein vorgeschriebenes Alter und beantragt die Rente. Fertig.), haben bei Renten wegen verminderter Erwerbsunfähigkeit viele persönliche Faktoren Einfluss. Denn nur wer sich krank genug fühlt beantragt eine solche Rente. Die Schwelle dafür ist von Person zu Person verschieden. Mögliche Ursachen für den stetigen Rückgang könnten z.B. sein:
- stegiger medizinischer Fortschritt
- Arbeitsmarktlage
- Alternativen (Anstelle einer Erwerbsminderungsrente kann man sich auch einfach mit Hartz4 zufrieden geben und so seinen Unterhalt bestreiten)
- Unterschiedliche Umgangsweise mit Diagnosen (Bsp: während vor 20 Jahren jemand mit psychischen Störungen noch als „verrückt“ galt und definitiv zur Rente verdammt wurde, wird heutzutage ein Mensch mit psychischen Störungen in den meisten Fällen wieder in die Gesellschaft und ins Berufsleben integriert)
- Geburtenzahl der Jahrgänge
- Unterschiedliches Verhalten/Einstellung der einzelnen Jahrgänge
Was sind die Gründe für Berufsunfähigkeit/Erwerbsminderung?
Im Jahre 2010 waren psychische Störungen die Hauptdiagnose bei Erwerbsminderungsrenten. Ca. 39% aller Renten waren in einer derartigen Diagnose begründet. Auf Rang stehen Störungen aus der Kategorie Skelett/Muskeln/Bindegewebe. Ca. 15% aller Renten sind auf diese Krankheitssymptome zu verbuchen. Das dritte grosse Krankheitsbild sind mit knappen 13% die Neubildungen (Tumore, Krebs etc.).
Interessant ist auch hier die Entwicklung der letzten Jahre. Während in der Diagnosenaufschlüsselung sogenannte Unpässlichkeiten des Bewegungsapparates (Skelett, Muskeln, Bindegewebe) seit 1993 kontinuierlich weniger werden
ist es bei psychischen Gebrechen umgekehrt. Seit 1993 hat sich der Anteil fast verdreifacht. Während z.B. im Jahre 2000 nur ca. 24% der Renten psychisch bedingt waren, erhöhte sich der Anteil bis 2010 auf fast 40%. Bei keiner anderen Diagnosegruppe konnten solch drastische Veränderungen festgestellt werden.
Diese Entwicklung ist mit einer der Hauptgründe, warum private Versicherungen Antragsteller sehr häufig ablehnen (heisst: nicht versichern), wenn bei den Gesundheitsfragen im Antrag ein psychisches Leiden angegeben wird. Diese Diagnose ist leider bei vielen Versicherungen mittlerweile ein Ausschlusskriterium. Zum Nachteil der Leidenden, die nur schwer einen Versicherungsvertrag finden.
Warum dieser starke Anstieg bei psychischen Störungen?
In der Literatur und jüngsten Studien werden verschiedene Ursachen diskutiert. Mit als Hauptgrund wird häufig der Wegfall sozialer Strukturen in der heutigen Gesellschaft genannt. Durch Internet und soziale Netzwerke werden zwar Kontakte zu Mitmenschen gepflegt, aber der direkte zwischenmenschliche Umgang verarmt zunehmends was zu einer Individualisierung der Gesellschaft mit den entsprechenden Folgen führt.
Vielseits steigen Arbeitsbelastung und Druck an. Hierzu zählen vor allem unsichere Arbeitsverhältnisse, Über/Unterforderung, sowie der Wegfall der Grenze Privatleben/Arbeitsleben (durch zunehmende Ausstattung von Arbeitnehmern mit technischen Kommunikationsmitteln z.B. durch Handys, Laptops, Communicator, Smartphones wird deren ständige Bereitschaft und Erreichbarkeit vorweggenommen. Dies führt mehr und mehr zur stetigen Vermischung von privat und Berufsleben und den daraus resultierenden Nachteilen für die Psyche).
Wer wird Berufsunfähig?
Betrachtet man beide Geschlechter, dann ist eine Person bei Erwerbsunfähigkeit durchschnittlich ca 50 Jahre alt. Schaut man sich die Neuzugänge der Erwerbsminderungsrenten an so fällt auf, das die Hälfte der Neurentner und Rentnerinnen zwischen 50-59 Jahre alt waren. Es trifft also vor allem Menschen „um die 50“. An zweiter Stelle rangieren die 40-49 jährigen, ca. 26% der Antragsteller waren in dieser Altersgruppe. Lediglich 11% der Betroffenen war unter 40 Jahre oder jünger. Das Risiko in jungen Jahren Berufsunfähig/Arbeitsunfähig zu werden ist demnach am geringsten.
In der Altersgr4uppe 60-64 Jahre lagen ca. 8% der Antragsteller. Der geringen Anteil der über 60 jährigen mag vor allem damit zusammen hängen, das Menschen in dieser Altersgruppe eher eine vorgezogene Altersrente mit Abschlägen in Kauf nehmen, anstelle einer Erwerbsminderungsrente.
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Letzte Aktualisierung ( Monday, 19. December 2011 )
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